«Verzweifelt zu sein ist gratis»

Der Iraker Usama Al Shahmani hat in Frauenfeld eine neue Heimat gefunden. Die Syrerin Dima Wannous lebt im Exil in London. Was heisst es, in einer Diktatur aufzuwachsen? Ist ein Neuanfang in der Fremde möglich? Und warum kann es helfen, mit Bäumen zu sprechen?

Ob wohl dieser Baum auch arabisch spricht?
Bildlegende: Ob wohl dieser Baum auch arabisch spricht? (Bild: Colourbox)

Der Literaturwissenschaftler und Theaterautor Usama Al Shahmani und die Schriftstellerin Dima Wannous mussten beide ihre Heimat verlassen, weil ihre Texte als regimekritisch betrachtet wurden. Doch sie schreiben weiter:

Usama Al Shahmani hat mit «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» seinen ersten Roman vorgelegt. Darin erzählt er von seinen ersten Jahren in der Schweiz, von der schwierigen Gratwanderung zwischen Hoffnung und Verzweiflung, und wie er es mit Hilfe der Bäume geschafft hat, in der Schweiz eine neue Heimat zu finden. Für sein Schaffen wurde er im Dezember 2018 mit dem Förderpreis der Stadt Frauenfeld ausgezeichnet.

Dima Wannous musste Syrien 2011 verlassen. Nach mehreren Jahren im Exil im Libanon lebt sie seit 2017 in London. Ihr Roman «Die Verängstigten» erzählt schonungslos und brilliant von einer Gesellschaft, in der die Angst regiert: Die Angst vor dem Terror, die Angst vor der Verfolgung, die Angst vor dem Krieg, die Angst vor dem Verrat. Vor allem aber die Angst vor der Angst. Ihr Roman war auf der Shortlist des International Prize for Arabic Fiction 2018.

Im BuchZeichen sprechen Wannous und Al Shahmani über Leben und Schreiben im Exil.

Buchhinweis:
Usama Al Shahmani. In der Fremde sprechen die Bäume arabisch. Limmat, 2018.
Dima Wannous. Die Verängstigten. Blessing, 2018.

Autor/in: Martina Süess