Filmcheck Snob verliebt sich in Dienstmädchen

Toni Collette und Harvey Keitel geben in «Madame» ein frustriertes High-Society-Paar ab, dessen Hausangestellte sich in einen reichen Kunsthändler verliebt. Eine erfrischende Komödie, die mit Märchen-Klischees spielt und auf amüsante Weise Klassenunterschiede thematisiert.

Um das geht's

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Bildlegende: Super Story Bobs Sohn Steven will ein Buch über Maria und Davis Liebesgeschichte schreiben. Impuls Pictures

Das reiche amerikanische Ehepaar Anne und Bob organisieren ein Galadinner in ihrer prunkvollen Pariser Residenz. Als noch Bobs Sohn Steven dazu stösst, sind es dreizehn Gäste am Tisch – eine Unglückszahl. Unmöglich für die perfektionistische Anne.

Es muss noch ein weiterer Gast her. Kurzum beschliesst Anne die langjährige Hausangestellte Maria an den Tisch zu setzen. Sie soll sich für eine reiche spanische Freundin der Familie ausgeben.

Die erst ziemlich überforderte Maria verzaubert schliesslich mit ihrer unkonventionellen und ehrlichen Art während des Abendessens den reichen Kunsthändler David. Er führt sie auf ein Date aus und die beiden verlieben sich.

Als Anne davon mitbekommt, sieht sie rot. Besorgt um ihren Ruf, versucht sie alles, um die enstehende Liebesbeziehung zu sabotieren.

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Bildlegende: Rollentausch Maria befindet sich plötzlich unter den Gästen, die sie normalerweise bedient. Impuls Pictures

Das hat funktioniert

Dieser Film überzeugt mit gutem Humor und grossartigen Figuren. Die liebenswürdige Maria (gespielt von Rossy de Palma, die aus Almodóvar-Filmen bekannt ist) findet sich in diesem Arm-Reich-Clash in vielen absurden und zum Schreien komischen Situationen wieder.

Toni Collette («Little Miss Sunshine») brilliert in der Rolle der heuchlerischen Anne, die für ihren Ruf über Leichen gehen würde. Wie sie auf die Beziehung von Maria und David reagiert, lässt ihre Fassade bröckeln und zeigt, wie neidisch und intolerant sie eigentlich ist. «Madame» ist somit ein gelungenes und amüsantes Portrait darüber, wie verlogen die High Society sein kann.

Das hat nicht funktioniert

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Bildlegende: Maria und David Reicher Kunsthändler und Hausangestellte im Liebesglück. Impuls Pictures

Anne und Bobs kaputte Ehe und ihre heimlichen Affairen, Steven, der ein Buch über Maria und Davids Liebesgeschichte schreiben will – in diesem Film verlaufen neben der Hauptstory noch weitere Handlungsstränge. Diese werden jedoch nicht wirklich ausgebaut und wirken desshalb angerissen und teils etwas überflüssig.

Durch das altbekannte Märchen-Motiv der Figur, die sich durch eine Maskerade in einer fremden Gesellschaftsschicht wiederfindet, fehlt dem Film das, was die Geschichte zu einer wirklich packenden und tiefgründigen Sozialkomödie machen würde.

Fazit

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Die Fakten

Die Fakten

Regisseurin: Amanda Stehrs
Cast: Toni Collette, Harvey Keitel, Rossy de Palma
Kinostart: 07.12.2017

Trotz vieler Klischees – mit denen bewusst gespielt wird – ist «Madame» erfrischend und sehr unterhaltsam. Der Film greift wichtige klassenpolitische Themen auf, was zu einigen berührenden Momenten führt – bleibt dabei aber etwas auf der Oberfläche.

Dieser Film ist für

Fans von Feel-Good-Komödien und Filmen, die in Paris spielen.

Rating

3 von 5 Punkten.