Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Juni & September/Oktober 2020 Leserunden im «Waldhaus» in Sils Maria

Den Nobelpreis erhielt zwar keiner von Ihnen, jedoch die Zuneigung einer grossen Leserschaft: Stefan Zweig, Joseph Roth und Philip Roth. Die jüdische Herkunft machte sie zu Vertriebenen. Ihre Romane leuchten hinein in die Gesellschaft, die dieses Leid auslöste.

Drei grosse Erzähler des 20. Jahrhunderts

Drei erzählerische Meisterwerke stehen auf dem Programm der 18. SRF Literaturseminare im Hotel »Waldhaus» in Sils.

Gelesen und diskutiert wird unter der Leitung von Arthur Godel (ehemaliger Programmleiter DRS2) in jeweils sechs Leserunden von 9.30–11 Uhr und von 17–19 Uhr. Mit jeder Leserunde ist ein Konzert verbunden.

Ein edles Hotel-Gebäude thront über einem Wald.
Legende: Das Hotel Waldhaus in Sils-Maria wurde am 15. Juni 1908 von Josef Giger eröffnet. HANS-PETER SIFFERT

Stefan Zweig (1881-1942), der meistgelesene deutschsprachige Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, kam in Wien zur Welt und fühlte sich im alten Europa zu Hause.

Für den in Ostgalizien geborenen Joseph Roth (1894-1939) blieb wie für Stefan Zweig der Vielvölkerstaat der Donaumonarchie die Heimat, in der er sich als Jude aufgehoben fühlte. Auch er war als Journalist und Schriftsteller erfolgreich. Auch ihn vertrieb die braune Gewalt nach Paris, wo er von seiner Alkoholsucht gemartert starb. Zweig, hat ihn sehr geschätzt und auch finanziell unterstützt.

Philip Roth (1933-2018), einer der herausragenden Erzähler der amerikanischen Literatur und vielfach ausgezeichnet. Mit Joseph Roth ist er nicht verwandt, doch seine Vorfahren sind den gleichen Weg gegangen wie Roths Mendel Singer, von Ostgalizien nach Amerika.

Philip Roth schreibt immer über Philip Roth.
Autor: Philip Roth

Seminar I: 18.–21. Juni 2020

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Joseph Roth «Hiob»

Der Roman von 1930 zeichnet den Lebensweg vieler Juden seiner Generation aus Europa nach Amerika. Für die Hauptperson Mendel Singer ein Leidensweg, doch mit einem grossen Wunder zum Schluss.

Stefan Zweig über «Hiob»: «Eine vollkommene Dichtung, die alles überdauern wird, was wir geschrieben haben: tiefe Empfindung und Musikalität der Sprache».

  • Konzert: Klaviertrios von Beethoven mit dem Guarneri Trio

Seminar II: 23.–26. Juni 2020

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Stefan Zweig «Rausch der Verwandlung»

Sommer 1926. Reiche amerikanische Verwandte laden die Postassistentin aus einem österreichischen Dorf ins Grand Hotel nach Pontresina ein. Sie wird umworben, doch Neid und Intrige beenden schnell ihr Glück.

In Wien lernt sie einen im Krieg verwundeten Soldaten kennen, auch er aus der Gesellschaft ausgestossen. In ihrer Hoffnungslosigkeit erwägen beide den gemeinsamen Freitod. Doch dann faßt er einen anarchischen Plan, und sie sagt laut und leidenschaftlich ja dazu.

  • Konzert: Schumann, Debussy und Poulenc mit Fabio di Casola (Klarinette) und Benjamin Engeli (Klavier)

Seminar III: 23.–26. September 2020

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Philip Roth «Mein Leben als Sohn»

Der berühmte amerikanische Autor verwand nur schwer den Tod seines 86jährigen Vaters im Oktober 1989; er selber war gerade erst von einer Herzoperation genesen und betreute seinen Vater hingebungsvoll in den letzten Lebensmonaten.

1991 widmete er ihm den autobiografischen Roman «Mein Leben als Sohn».

  • Konzert: Belcea Quartett mit Streichquartetten von Beethoven

Seminar IV: 27.–30. September 2020

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Joseph Roth «Hiob»

  • Konzert: Beethoven Kammermusik

(Siehe Seminar I)

Seminar V: 3.–6. Oktober 2020

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Stephan Zweig «Ungeduld des Herzens»

Ein junger Offizier der Donaumonarchie fordert an einem Fest die Tochter des Gastgebers zum Tanz auf. Ein Fauxpas: Er hat nicht bemerkt, dass die junge Frau gehbehindert ist. Aus Mitleid lässt er sich in eine Beziehung ein, die tragisch endet.

  • Konzert: Beethoven Kammermusik

Seminar VI: 8.–11. Oktober 2020

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Philip Roth «Mein Leben als Sohn»

  • Konzert: Beethoven Kammermusik

(Siehe Seminar III)

  • Die Seminare können auch kombiniert gebucht werden.
  • Eine Online-Anmeldung ist für die Leserunden nicht möglich. Bitte füllen sie den Talon auf der Rückseite des Magazins KULTURCLUB.CH (Februar-Ausgabe) aus.
  • Programmänderungen aus organisatorischen Gründen vorbehalten.
  • Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Posteingangs berücksichtigt.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen