Zum Inhalt springen
Inhalt

Totgeburt eines Babys Bedingte Freiheitsstrafe für Grenzwächter

Legende: Video Gerichtsprozess gegen Schweizer Grenzwächter abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.12.2017.
  • Der Schweizer Grenzwächter ist vom Militärgericht in Bern schuldig gesprochen worden.
  • Die Verurteilung erfolgt wegen fahrlässiger Körperverletzung, versuchten Schwangerschaftsabbruchs und mehrfachen Nichtbefolgens von Dienstvorschriften.
  • Der Mann hatte einer schwangeren Flüchtlingsfrau 2014 medizinische Hilfe verweigert, sie erlitt daraufhin eine Totgeburt.

Der Einsatzleiter der Grenzwächtertruppe stand deshalb vor Gericht. Der Ankläger warf ihm vor, er und seine Unterstellten hätten es an «jeder Menschlichkeit» fehlen lassen. Der Flüchtlingstransport an dem schönen Freitagabend sei dem Angeklagten ungelegen gekommen, weil er lieber Feierabend gemacht habe.

Die Flüchtlinge habe der Grenzwächter deshalb einfach nach Italien weitergereicht, obwohl jedem mit gesundem Menschenverstand klar sein, dass eine Schwangere in diesem Zustand ins Spital gehöre. Die Anklage forderte, je nach Anklagevariante, eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren wegen Tötung.

Verteidigung wollte Freispruch

Die Verteidigung wies alle Vorwürfe umgehend zurück. Der Angeklagte habe erst bemerkt, dass es der Frau schlecht ging, als diese von Angehörigen zum Zug getragen werden musste.

Der Einsatzleiter des Grenzwachtteams habe sich dann rasch entscheiden müssen, ob er die Flüchtlingsgruppe mit dem Zug in den keine halbe Stunde entfernten italienischen Grenzort Domodossola schicke und bei den italienischen Behörden medizinische Hilfe anfordere oder ob er von Visp her einen Krankenwagen bestelle.

Dessen Anfahrt hätte ebenfalls geraume Zeit gedauert. Die Schwangere habe also mit der kurzen Fahrt nach Domodossola kaum länger auf Hilfe warten müssen. Die Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt.

Legende: Video SRF-Korrespondentin Mirjam Spreiter zum Urteil abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.12.2017.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Mirco Schmid (Mirco Schmid)
    Wenn das Kind schon Tod war, kann man das dem Grenzwächter selbstredend nicht anlasten. Trotzdem halte ich die Strafe für zu mild. Ich denke, würde ein Durchschnittsbürger an einer offensichtlich in Not befindlichen Schwangeren vorbeigehen, träfe es ihn härter. Gefängnis wäre sicher zu viel, aber die Geldstrafe hätte nicht bedingt ausgesprochen werden sollen. Und: Hand der Grenzwächter deren Familie direkt sein Bedauern ausgesprochen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Ich spreche mich in diesem Fall, für eine angemessen hohe Entschädigung an diese schwer fahrlässig behandelte Frau aus . Es ist sehr bedenklich, dass so etwas in der heutigen wohlhabenden Zeit in der CH vorgefallen ist. Der Diensthabende Grenzwächter war mehr auf die Ausschaffung konzentriert, als auf das Wohl dieser sehr verletzlichen schwangeren Frau - das ist unmenschlich und darf nie wieder vorkommen. Die Menschenwürde ist unantastbar - es kann jeden von uns auch treffen .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Josephk Ernstk (Joseph ernst)
    (Franco Caroselli) Ihr Kommentar bringt es auf den Punkt ! Kritik am Grenzwächter ist zu einfach. Diese Beamten tun sicher ihr Bestes. Die Aufgabe ist keine einfache und wir Unbeteiligte haben keine Ahnung !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen