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Legende: Video 1000 Meter in die Tiefe abspielen. Laufzeit 03:32 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 15.04.2019.
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Radioaktive Abfälle Die Nagra beginnt mit ihren Tiefenbohrungen bei Bülach

  • Die Gegend, wo in der Schweiz ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle gebaut werden könnte, ist eingegrenzt.
  • Um definitive Standorte wählen zu können, hat die Nagra heute in der Region Nördlich Lägern mit Bohrungsarbeiten begonnen.
  • Bis 2022 sollen die Standorte festgelegt sein.

Um das Bild des geologischen Untergrundes zu ergänzen, hat die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) eine erste Serie von Tiefenbohrungen in Angriff genommen. In Bülach im Zürcher Unterland haben am Montag die Bohrer ihre Arbeit aufgenommen.

Erste Messungen hatten in der Vergangenheit gezeigt: In den Regionen Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost ist ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle grundsätzlich möglich. Nun soll aber an diesen Standorten noch genau geprüft werden, wie das Gestein in der Tiefe beschaffen ist.

Karte mit den drei möglichen Standorten Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost.
Legende: In den Regionen Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost ist ein Endlager grundsätzlich möglich. SRF

Beschaffenheit des Opalinustons

Untersucht werden sollen dabei unter anderem die Mächtigkeit, die Durchlässigkeit und die Zusammensetzung des stabilen Wirtgesteins Opalinuston, in welchem das Tiefenlager gebaut werden soll. Von Interesse sind dabei gemäss Nagra auch die Eigenschaften des Gesteins unter- und oberhalb des Opalinustons.

Je nach Region liegt der Opalinuston laut Nagra in 500 bis 900 Meter Tiefe.

Geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle

Neben dem in der Grafik zu sehenden Hauptlager beinhaltet ein geologisches Tiefenlager zudem ein Felslabor und ein Pilotlager. Dabei wird das Felslabor zuerst eingerichtet. In ihm wird geprüft, ob das Gestein geeignet ist. Wenn ja, wird das Pilotlabor installiert. In ihm werden zur Probe Abfälle gelagert und über einen längeren Zeitraum überwacht. Fällt das Fazit danach positiv aus, beginnt die Einlagerung der radioaktiven Abfälle im Hauptlager.

Dieses befindet sich in einer Tiefe von mehreren hundert Metern. Das Gestein ist eine natürliche Barriere, die radioaktive Stoffe einschliesst und zurückhält.

Der Weg eines Brennelements

In einem solchen Lager für hochaktive Abfälle (HAA) werden Abfälle, die stark strahlen, gelagert. Es handelt sich zum einen um Spalt- und Aktivierungsprodukte aus verbrauchten Brennelementen, die bei deren Wiederaufarbeitung abgetrennt und mit Glas verschmolzen werden. Zum anderen werden auch verbrauchte Brennelemente, die nicht wiederaufgearbeitet werden, dort gelagert.

Bevor die Brennelemente mit dem Zug dort hingebracht werden, haben sie jedoch schon einen langen Weg hinter sich. Rund vier bis sieben Jahre sind sie im Reaktor eines Atomkraftwerks im Einsatz. Danach werden die gebrauchten Brennelemente fünf bis zehn Jahre in einem Abklingbecken vor Ort gelagert. Für die nächsten vier Jahrzehnte geht es dann ins Zwischenlager. In der Schweiz ist dies das Zwilag in Würenlingen.

Im geologischen Tiefenlager müssen die hochaktiven Abfälle für mindestens 200'000 Jahre sicher verwahrt werden. Erst dann hat die Radioaktivität des verbrauchten Uranbrennstoffs so weit abgenommen, dass die Radiotoxizität der von in der Natur vorkommendem Urans gleicht.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Und die Globalisierer wünschen sich ja noch neue AKWs. Damit die Bevölkerung glaubt, dass die neuen AKWs nicht gefährlich sind, braucht es nur ein paar mutige Männer, welche das ganz überzeugend am TV verbreiten! Für viel Geld finden sich immer ein paar solche.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    ... und die ganze Schweiz schaut zu! Als ob irgendwer von den Auftraggebern glauben würde, dass es einen Sinn macht, ein Endlager anzufertigen. Es gibt nichts anderes als die bestehenden AKWs abzuschalten und mit einer dicken Betonhülle zu umfassen. So kann man das "Auslaufen" 3000Jahre kontrolliert vornehmen +die verseuchten Teile würden nicht noch in andere Gebiete verfrachtet. Die dadurch entstehenden "Hügel" könnten mit Wald bepflanzt werden und würden so, das Land nicht mehr verschandeln.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    200'000 Jahre - so lange ist es her, dass die ersten Homo sapiens rumliefen. Die AKW sind nicht rentabel ohne staatliche Beihilfe. Der Staat erlässt ihnen die Versicherungspflicht und verlangt nur die Deckung von 1 Milliarde und nicht die realistischen 1200 Milliarden für den Fall eines unbewohnbaren Mittellandes. AKW sind auch subventioniert, weil sie nie die Reserven für den Rückbau haben werden. Sie werden Konkurs anmelden und der Staat zahlt sich blöde. Jetzt die Stromkonsumenten.
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