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Politologe Lukas Golder: «Muster der nationalen Wahlen könnte sich wiederholen»
Aus News-Clip vom 15.09.2020.
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Umfrage-Nein zum Jagdgesetz Stimmvolk ist grüner, weiblicher und jünger

«Wundertüte Jagdgesetz» hatte ich vor einem Monat, bei der letzten Abstimmungs-Umfrage, die Analyse betitelt. Und die Wundertüte ist diesem Ausdruck gerecht geworden.

In keiner anderen der fünf Abstimmungsvorlagen ist seither so viel an Meinungsbildung passiert. Während damals 54 Prozent der Stimmwilligen das Jagdgesetz angenommen und nur 38 Prozent abgelehnt hätten, sieht es jetzt komplett anders aus: 46 Prozent Ja, 48 Prozent Nein. Die Vorlage von Parlament und Bundesrat droht abzustürzen.

Starke Verbände

Das zeigt einerseits die Kampagnenkraft von Umwelt- und Tierschutz-Organisationen. WWF, Pro Natura, Schweizer Tierschutz und andere Organisationen haben in den letzten Wochen eine massive Präsenz auf allen Kanälen gezeigt und viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bis weit ins bürgerliche Lager hinein auf ihre Seite ziehen können.

Mit plakativen Botschaften («Abschussgesetz»!), einer gezielten Bildsprache und der Emotionalität, die Tierschutzthemen immer innewohnen, auf ihrer Seite. Die Kampagne gegen das Jagdgesetz ist der aktuelle Beweis dafür, dass die Umweltverbände mittlerweile über eine ebenso hohe Finanzkraft und Professionalität verfügen wie die Wirtschaftsverbände.

Erstes erfolgreiches Referendum seit drei Jahren?

Die beste Kampagne nützt aber nichts, wenn die Botschaften nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Und da zeigt sich, dass im Vergleich zur Umfrage Anfang August vor allem Frauen, Junge und Grün-Wählende auf die Nein-Seite gewechselt haben. Das sind just die Kreise, die in den Wahlen 2019 stark zugelegt hatten.

Sollte das Jagdgesetz am 27. September abgelehnt werden, was im Moment wahrscheinlich ist, wäre es das erste erfolgreiche Referendum seit drei Jahren. Und es wäre ein Beleg, dass die politische Schweiz nicht nur an den Wahlurnen, sondern auch bei Abstimmungen grüner, weiblicher und jünger geworden ist.

Urs Leuthard

Urs Leuthard

Leiter TV-Bundeshausredaktion SRF

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Seit Sommer 2020 ist Urs Leuthard Leiter der Bundeshausredaktion von Fernsehen SRF. Bereits seit 2002 moderiert er das «Abstimmungsstudio» und analysiert Wahlen und Abstimmungen. Bis 2008 war er Moderator und Redaktionsleiter der «Arena», danach wechselte er zur «Rundschau», bevor er 2012 die Redaktionsleitung der «Tagesschau» übernahm. Ab 2016 leitete Urs Leuthard die Newsroom-Entwicklung beim Fernsehen SRF.

SRF 4 News, 16.09.20, 06:00 Uhr

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt E. Müller  (KEM)
    Zwar bin ich weder besonders grün, noch weiblich oder jung. Aber trotzdem finde ich, dass selltene Wildtiere nicht einfach abgeknallt werden dürfen, solange sie nicht wirklich massiven Schaden anrichten. Mit dem neuen Gesetz wird der Wolf wohl ausgerottet, kaum hat er sich wieder in der Schweiz angesiedelt. Als nächstes kommt dann der Luchs dran. Auch ein wunderschönes, seltenes Tier, das die Jäger schon lange gerne abknallen würden.
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    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Noch ist die Trophäenjagd in der Schweiz nicht ganz verboten.
      Die Befürchtung also da ist, dass solange sie noch erlaubt ist, wird das Jagdgesetz nicht abgelehnt, dann eben auch Wölfe Opfer von Trophäenjägern werden. Anstelle des Fuchsschwanz am Moped als sie jung waren, hängen sie sich dann die Rute des Wolfes an die Antenne ihres SUV.
      Es für die BGI ja ein wuchtiges "Nein" geben wird, wünschte ich mir das fürs neue Jagdgesetz auch. Dass sich noch ganz viele Stimmen für den Wolf & Co finden.
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  • Kommentar von Ruedi Birchler  (rubi)
    Bei all den Gefahren im Verkehr, beim Sport und beim Haushalten (Leben wir da in täglicher Anst?) ist es lächerlich, vor dem Wolf Angst zu haben. Es gibt alleine in Europa genügend Gegenden, wo man immer oder schon lange wieder mit dem Wolf lebt. Es soll nicht nur der Wolf, sondern auch der Luchs bejagt werden können - wieso? Beide sind Konkurrenten der Jäger, welche im Gegensatz zu den Raubtieren andere Prioritäten haben und die stärksten und grössten Schalentiere schiessen wollen.
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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Es gibt zwei Märchen. Das este sagt der Wolf hat Angst vor dem Mensch, das zweite sagt, der Wolf greift die Menschen nicht an. Das Problem ist, beides sind Märchen.
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    1. Antwort von Luc Wiesner  (Luc Wiesner)
      ich bin mir fast sicher, sie sind noch nie einem wolf begegnet.
      wann genau wurde denn das letzte mal in europa ein intelligenter mensch von einem wolf angefallen?
      wer solche behauptungen in die welt setzt, sollte zumindest belege dafür haben.
      schönen gruss von einem erfahrenen pfadfinder
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    2. Antwort von Ernst von Allmen  (MEVA)
      @Wiesner.
      Begegnet nicht, aber aus Zirka 300 Meter gesehen. Es ist beeindruckend. Aber da Sie ein Wolfsexperte sind, wissen Sie dass ein einzelner Wolf keine grosse Gefahr ist, aber ein Rudel mit Jungen kann sicher wandernde Menschen gefährden. Darum was nicht heute ist kann morgen sein. Darum vorsehen ist besser als nachsehen. Das neue Gesetz sieht vor.
      Als erfahrener Pfadfinder sollten Sie das wissen und auch anwenden.
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    3. Antwort von Leo Degelo  (Leo Degelo)
      Und wieviele Menschen wurden denn in den letzten Jahren von Hunden angefallen/gebissen/getötet in den letzten Jahren in der Schweiz/Europa?
      Und jetzt Herr von Allmen, alle Hunde abschiessen?
      Machen Sie sich bitte zuerst mal schlau, bevor Sie zum Märchen Onkel werden
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    4. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. Von Allmen, 300m ist eine enorme Distanz zum Erkennen. Aufgrund Ihrer Angabe bin ich nicht 100% überzeugt, dass Sie einen Wolf gesehen haben. Es sei denn Sie haben zufällig oder gezielt einen wirklich guten Feldstecher dabei gehabt.
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    5. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. von Allmen: Es gibt in der Tat 2 Märchen. Das erste sagt, der Wolf wird früher oder später dem Menschen gefährlich werden. Das zweite: In der Schweiz hat es zu wenig Platz für den Wolf. Die gute Nachricht: beides sind und bleiben Märchen.
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    6. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Kühe mit ihren Kälbern auf einer Weide können wandernde Menschen auch gefährden.
      Nachgewiesen ist, dass es diesbezüglich schon Verletzte & sogar Tote gab.
      Durch ein Wolfsrudel mit Jungen aber noch nie.
      Und persönlich finde es einfach grässlich, wenn Menschen, welche sich als Krönung der Schöpfung sehen wollen, einfach mal so, auf eventuelle Gefahren hin "vorsehen" wollen & damit über Leben & Tod anderer Lebewesen entscheiden.
      Dabei ist auch belegt, dass Mensch das gefährlichste Raubtier ist.
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    7. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      E. v. A. Wenn Sie den Wolf in freier Wildbahn & nicht im Zoo auf 300 Meter Entfernung sehen durften, waren Sie ja sehr privilegiert - und man könnte direkt neidisch werden.
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